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ICH WILL SPASS! - Das Musical: Erinnern Sie sich noch...
... an Rosis Nummer, Codos Position und den Tachostand von Markus Maserati?
Rosis Telefonnummer, unter der die ganze Nacht Hochkonjunktur herrscht, war die 32 16 8 ("Skandal im Sperrbezirk", Spider Murphy
Gang). Der Maserati, den die Polizei nicht gesehen hat, fuhr übrigens 210 ("Ich will Spaß", Markus). Codo der Dritte, aus der
Sternenmitte, war der Dritte - von links aus gesehen ("Codo", DÖF). Und die kleinen Mädchen aus der Vorstadt trugen Nasenringe
aus Phosphor. Dann mussten ihre Lippen passend dazu blau und die Haare grün sein - ganz die 80er eben ("Hurra, hurra, die Schule
brennt", Extrabreit).
... an die größten Hits der Neuen Deutschen Welle?
Der Superhit der NDW 1982 war "Skandal im Sperrbezirk" von der Spider Murphy Gang. Acht Wochen führten sie mit einer kleinen
Unterbrechung die Single-Charts an. Insgesamt blieb der Song von Dezember 1981 bis Mai 1982 24 Wochen in den Charts. "Major
Tom" von Peter Schilling führte 1983 die Charts acht Wochen lang an und schaffte sogar den Sprung in die britischen
Charts.
... an die legendäre Sendung "Formel Eins"?
Jede Woche präsentierte die Show die neuesten Videoclips aus den aktuellen Charts in Deutschland. Zwischen 1983 und 1990
wurden unglaubliche 307 Folgen in der ARD ausgestrahlt. Ein rosafarbener Studebaker Starlight war das Markenzeichen der
Sendung und tauchte immer im Vorspann auf. In der ersten Staffel wurde jedem Interpreten eines Nummer-1-Hits ein Teil
einer Isetta als Preis überreicht. Genau wie die Sendung wurden die Moderatoren Kult: Peter Illmann moderierte 68 Folgen
ab der ersten Sendung bis Ende 1984. Ihm folgten Ingolf Lück (Januar 1985-Ende 1985), Stefanie Tücking (Januar 1986-Ende
1987) und Kai Böcking (Januar 1988-Ende 1989).
... an den Siegeszug der "Telespiele"?
Zwei Striche, ein weißes Klötzchen und ein elektronischer "Plop" ließen tausende Fans des virtuellen Tennisspiels auf
einen grauen Fernsehschirm starren. Tele- oder Videospiele nannten sich die noch sehr eintönigen Vorläufer der
Computerspiele. Mit der Entwicklung von "Space Invaders", "Pac Man", "Donkey Kong" und "Super Mario Brothers" wurde das
Computerspiel dann bunt und rasant. Die Marktrivalen Atari und Commodore wurden gegen Mitte der 80er Jahre vom
japanischen Konkurrenten Nintendo überrollt.
... an den Hype der Fortsetzungsfilme im Kino der 80er Jahre?
Anstatt neue Helden und Figuren für das Kino zu entwickeln, setzte die Filmwirtschaft auf etablierte Heroen und bewährte
Kassenhits. Erfolgreichste Beispiele und Schauspieler sind: Harrison Ford in "Krieg der Sterne" (Teil vier bis sechs)
und "Indiana Jones" (Teil eins bis drei); Sylvester Stallone in "Rambo" (Teil eins bis drei) und "Rocky" (Teil eins
bis fünf); Eddy Murphy in "Beverly Hills Cop" (Teil eins bis drei) und Michael J. Fox in "Zurück in die Zukunft" (Teil
eins bis drei).
... an die Entdeckung einer neuen sozialen Spezies?
Der Begriff Yuppie (young urban professional) kam in Großbritannien und den USA in den 80er Jahren auf und bezeichnete
eine neue Gesellschaftsschicht: junge, im Berufsleben erfolgreiche Erwachsene der städtischen oberen Mittelschicht. In
den Medien lösten die Yuppies die Hippies der 1970er Jahre ab. Im Gegensatz zur Hippie-Kultur standen bei den Yuppies
Konsum und materieller Wohlstand im Vordergrund. Dieser vermeintliche Reichtum und der damit einhergehende Hedonismus
wurden beispielsweise durch das Tragen teurer Kleidung, durch luxuriöse Wohnungseinrichtungen oder exklusive Autos
repräsentiert. Die Weltanschauung des Yuppies manifestierte sich im folgenden Leitspruch: "Es war schon immer etwas
teurer, einen guten Geschmack zu haben."
... an den Einzug der Technologie in private Haushalte und das
Berufsleben?
Das Alltagsleben wurde in den 80er Jahren durch neue Technologien vereinfacht. Kaum ein Haushalt träumte nicht
von Anrufbeantwortern und Mikrowellenherden. Der Videorekorder erfuhr eine stark zunehmende Verbreitung, nachdem
sich das VHS-Format gegenüber Beta und Video2000 durchgesetzt hatte. Walkman und Radiorekorder (umgangssprachlich
auch "Ghettoblaster") wurden zu Bestandteilen der Jugendkultur. 1982 ging der erste CD-Spieler in Serie. Die Kommunikation
wurde durch Autotelefone (C-Netz), Bildschirmtext (BTX) und Telefax erleichtert. Tageslichtprojektoren und Kopierer
hielten in Büros, Schulen und Universitäten Einzug.
... an die Anfänge des Privatfernsehens?
Am 1. Januar 1984 startete die PKS (Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk), aus der ein Jahr später
Sat.1 hervorging. Ab dem 2. Januar 1984 sendete RTL Television, damals noch als RTL plus. Am 11. Januar 1988 startete
Tele 5 und am 1. Januar 1989 ProSieben. Daily Gameshows wie "Ruck Zuck", "Das Glücksrad" oder "Der Preis ist heiß" bildeten
ein neues Format im deutschen Privatfernsehen. MTV war ab 1987 auch in Europa zu sehen. Bekannte Gesichter waren
Kristiane Backer und Ray Cokes.
... an die Kultsendungen in ARD und ZDF?
Auch die öffentlich-rechtlichen Sender verzeichneten große Erfolge: Im "Tatort" hielt 1981 mit Horst Schimanski alias
Götz George eine Figur Einzug, deren Popularität seitdem von keinem anderen Tatortkommissar überboten werden konnte. Das
ZDF zeigte mit "Wetten, dass..?" die bis heute erfolgreichste Fernsehshow Europas. Die beliebtesten Fernsehserien der
80er Jahre waren: "Alf", "Das A-Team", "Ein Colt für alle Fälle", "Dallas", "Der Denver-Clan", "Hart aber herzlich",
"Knight Rider", "Lindenstraße", "Magnum", "Miami Vice", "Die Schwarzwaldklinik" und "Das Traumschiff".
... an Spielspaß und Sammelleidenschaften einer neuen Freizeitkultur?
Mehr Freizeit führte zu einer Fülle an zum Teil kuriosen Produkten, die das Leben spannender und abwechslungsreicher
machen sollten. BMX-Fahrräder waren bei Jugendlichen Anfang der 80er Jahre in Mode und lösten das Bonanzarad ab. Brett-
und Rollenspiele verbreiteten sich auch in Europa. 1984 kam "Das Schwarze Auge" auf den Markt. Auf den Esstischen der
Nation fanden sich "Trivial Pursuit", "Scotland Yard", "Senso", "Cluedo" und "Das Spiel des Lebens". Die
Sammelleidenschaft brach aus: Panini-Sammelbilder, Aufkleber, Telefonkarten oder Nippes für den Setzkasten, alles,
was die eigene Welt bunter machte, war gestattet. Das Kultobjekt der 80er Jahre war der Zauberwürfel oder Rubiks Cube.
Der Würfel zog die ganze Welt in seinen Bann. Kein Schuljunge, Student oder Börsenmakler, der ihn nicht in den Fingern
hatte. Der amerikanische Computerwissenschaftler Richard Korf zeigte 1997, dass die durchschnittliche optimale Lösung
für das Geduldsspiel 18 Züge benötigt. Mitte 2007 gelang es Computerforschern, eine Software zu programmieren, die den
Würfel in maximal 26 Zügen "zurechtrückt".
... an William von Baskerville, Jean-Baptiste Grenouille und Sherman McCoy?
Auf den Nachttischen stapeln sich Bestseller wie Umberto Ecos "Der Name der Rose", Patrick Süskinds "Das Parfüm",
Tom Wolfes "Fegefeuer der Eitelkeiten", Marion Zimmer Bradleys "Die Nebel von Avalon" und Salman Rushdies "Die
Satanischen Verse".
... an eine Mode, die nie bunter war als in den 80er Jahren?
Mode wurde Ausdruck der Individualität. Popper, Punker, Teds, Mods, New Wave-
Anhänger waren die prominentesten Vertreter einer Jugendkultur, die zunehmend zersplitterte. Für die breite Masse war
die Mode der 80ern farbenfroh. Man kombinierte bunt zu bunt und zu allem Jeans. Um die Gunst der Kunden buhlten Firmen
wie Levis, Replay, Wrangler, Mustang, Edwin oder Vanilla. Gern gesehene Modelle waren Bundfaltenschnitte, Röhre oder
Karotte. Mit der passenden Waschung - "moonwashed" - konnte man sich zielsicher ins modische Nirwana katapultieren.
Passende Oberteile, zumeist Sweatshirts oder Polohemden, lieferten Marc O'Polo, United Colors of Benetton, Fruit of the
Loom oder Lacoste. Bevorzugte Jacken schneiderten Chevignon, Checkers und Elho. Ein Muss für Trendsetter waren auch
Leggins, Netzhemden, karierte Sakkos, Schulterpolster und Ballonröcke. Accessoires wie Stirnbänder, Stulpen, dünne
Lederkrawatten, Sonnenbrillen, Buttons und Strass-Schmuck rundeten den Stilmix ab. Unverzichtbar für jedes Outfit:
weiße Tennissocken.
... an Spontisprüche und Kinderwitze?
Wer hatte sie nicht auf den Lippen, die "Alle-Kinder-Witze" und "Spontisprüche" der 80er Jahre. Da wurde Freiheit für
Gummibären gefordert und Hagen wurde getragen. Hier eine Auswahl: "Ich geh kaputt - gehst du mit?"; "Wozu Atomkraft? -
Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!"; "Petting statt Pershing!"; "Wir gehen mit unserer Welt um, als hätten
wir eine zweite im Kofferraum!"; "Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!"; "Wissen ist Macht, ich weiß
nichts, macht nichts"; "Alle Kinder fahren mit dem Zug, nur nicht Gunther, der liegt drunter."; "Alle Kinder haben
Haare - nur nicht Torsten, der hat Borsten"; "Alle Kinder stehen bis zum Hals im Wasser - nur nicht Rainer, der
ist kleiner".
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